(Pressebericht HNA 09. Dezember 2004)
Eine enge Kiste – Millimeterarbeit auf dem Steinweg für eine saubere Fulda
Kassel. Frank Regel schaut zufrieden hinüber zu seinem 500-Tonnen-Kran, der seinen gelb-schwarzen Ausleger wie einen riesigen Finger in den sternlosen Nachthimmel vor der Silhouette reckt. Das Schwergewicht stellt sonst Windräder im Emsland auf. Heute soll es helfen, die Fulda ein bisschen sauberer zu machen.
Frank Regel hat seinen Kran anderthalb Stunden vorbereitet, damit er stabil auf der Fahrbahn ruht, bereit, ein 61 Tonnen schweres Betonmonstrum in die Baugrube mitten auf dem Steinweg zu hieven. Jetzt wartet er mit den Männern des Kasseler Entwässerungsbetriebes (KEB), den Baustellenarbeitern und den immer zahlreicher werdenden Schaulustigen auf die Ankunft der überbreiten Tieflader mit den Kanalschacht-Fertigteilen, die die Polizei vom Werk der Firma Kimm in Wabern an die Fulda lotsen soll.
Über Funk kündigt sich der Transport mit Verspätung an. „Das wird eine enge Kiste“, stöhnt Frank Regel. Er hat sich schon ausgerechnet, dass er den Kran in der Nacht noch auf die andere Seite der Baugrube wird umsetzen müssen. Um halb sechs soll der Verkehr auf dem Steinweg, der stadteinwärts über die Oberste Gasse umgeleitet wird, wieder rollen.
Kurz nach elf ist es dann so weit. Regel nimmt das Betonmonstrum an den Haken. Sieben Arbeiter schieben, drücken, halten, bis es völlig ruhig am Haken hängt. Die lässige Schöne an der Litfaßsäule nebenan soll doch keinen Schaden nehmen. Mit viel Gefühl und die letzten Meter ohne Sicht, nur über Funk dirigiert, versenkt Regel das Teil in der Grube. Das Nächste, bitte.
Viel Geduld, viel Arbeit, viel Geld, viel technisches Geschick und eben einen 500-Tonnen-Kran braucht es, um die Fulda etwas sauberer zu machen. [...]"